Los Angeles Auto Show 2009

Eine grüne Abzweigung vom „Way of Drive“?

Kalifornien lässt sich schlecht in Worte fassen. Es ist ein Staat der Extreme. Hier leben über 40 Millionen Menschen – mehr als in jedem anderen Teil Amerikas. In Kalifornien werden die zahlreichen Naturdenkmäler genauso ehrfürchtig gepflegt wie klangvolle Ikonen aus Hollywood. Und noch immer strömen die Suchenden nach Los Angeles, San Francisco oder Sacramento. Mitte des 19. Jahrhunderts war es das Gold, welches sie in Scharen angezogen hat – heute sind es die Gier nach Individualismus, die Hoffnung auf Entdeckungen und der Traum vom großen Ruhm. Dabei spielt funkelndes Metall immer noch eine große Rolle, allerdings in anderer Form als damals: Kalifornien ist verrückt nach Autos! Und zwar nicht nach den typischen, schweren Kreuzern des „American Way of Drive“, sondern vielmehr nach schmucken Fahrzeugen mit alternativen Antriebskonzepten. Dementsprechend sortiert zeigte sich auch die diesjährige Los Angeles Auto Show.

Sie gehört mittlerweile zu den größten Veranstaltungen rund um Mobilität – auf der ganzen Welt. In den vergangenen Jahren hat die Messe neben dem Genfer Salon, der Tokio Motor Show und natürlich der IAA in Frankfurt beständig an Bedeutung gewonnen. Die Los Angeles Auto Show ist für den amerikanischen Markt von großer Bedeutung – zusammen mit der North American International Auto Show, die übrigens vom 11. bis 24. Januar in Detroit stattfindet. Los Angeles bot dieses Jahr sieben Weltpremieren, darunter auch zwei Konzeptfahrzeuge, der „Personal Neo“ von Honda und der Volkswagen „Up! Lite“. Jener 695 Kilogramm leichte Kompakte basiert in weiten Teilen auf Komponenten der künftigen „New Small Family“, einer komplett neuen Baureihe, die bereits Ende 2011 auf den Markt kommen wird. Beim „Up! Lite“ handelt es sich um einen progressiven, sparsamen Viersitzer mit Hybridantrieb sowie einem Durchschnittsverbrauch von nur 2,44 Litern Diesel auf 100 Kilometern!

Der VW kam bei der Show bestens an, denn: Umweltschutz spielt in Kalifornien eine immer größere  Rolle, hier gelten die schärfsten Grenzwerte in ganz Amerika. Der Volkswagen Konzern hatte bei der Messe ein starkes Standing, war gleich mit drei Marken präsent und räumte sogar den „Green Car of the Year 2010“ Preis für den Audi A3 TDI mit der „Clean Diesel Technologie“ ab. Die Auszeichnung wurde vom „Green Car Journal“, einem der führenden Fachmagazine in Amerika, vergeben und zielt darauf ab, besondere Errungenschaften der Automobilbranche im Bereich Umwelt zu würdigen. Man nominierte fünf Fahrzeuge, darunter Honda Insight und Toyota Prius. Die Jury entschied sich für den Audi, weil er „die Zukunft der Diesel-Technologie weist“, wie auf der Pressekonferenz zu hören war: Mit einem geringen Kraftstoffverbrauch und reduzierten CO2 Emissionen. Das neu entwickelte 1.6 Liter Triebwerk leistet 105 PS und verbraucht im Mix nur 3.8 Liter Diesel auf 100 Kilometer.

In Amerika ist eine langsame Abkehr vom schluckfreudigen, Hubraumstarken Benziner erkennbar – der Trend geht in Richtung Hybrid- und Diesel-Technologie. Das ist mit ein Verdienst der deutschen Hersteller: Auch BMW und Mercedes waren in Los Angeles vertreten, zeigten unter anderem ihre Hybrid Modelle. Und die Amerikaner? Hielten sich im direkten Vergleich ein bisschen zurück. Cadillac und Co. werden wohl erst in Detroit so richtig auffahren. Trotzdem boten sie zwei Weltpremieren: Die neue Dodge Viper und das Cadillac CTS Coupé, ein Fahrzeug, das gegen Audi A5 und BMW 3er Coupé antreten soll. Ebenfalls spannend: Der neue Chevrolet Volt, ein Elektrofahrzeug der Mittelklasse mit extrem großer Reichweite von über 500 Kilometern. Möglich wird das durch einen kleinen Verbrennungsmotor, der während des Fahrens die Batterien lädt. Der Volt wird Ende 2010 in Serie gehen und in Deutschland als Opel Ampera erhältlich sein. Eine grüne Abzweigung im “Way of Drive”?! Große Beachtung fanden auch die neuen Volumenmodelle der Mittel- sowie Kompaktklasse, darunter ein Mazda 2, sein Plattformbruder Ford Fiesta, der Buick Regal und das Weltauto Chevrolet Cruze. Die Stars der Messe waren aber ohne Zweifel Audi e-tron, Lexus LFA, Mercedes SLS AMG und der neue Rolls-Royce Ghost – Goldstücke mit Rädern. Mehr Infos: http://www.laautoshow.com (Text: J. Nord; photo credits / Bilder: L.A. Motor Show, die Hersteller, Buick News Photo, GM, Ford, Sam Varnhagen, Cadillac, Steve Fecht, Honda).

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